Liebe Kund:innen,

vor drei Wochen haben wir mit unseren ersten Aussaaten angefangen. Wir legen damit den Grundstein für die neue Gartensaison sowohl für den geschützten als auch für den Freilandanbau. Auch für unseren Jungpflanzenverkauf am 4. Mai sind die Kulturen bereits gesät. Wir ziehen die meisten Pflanzen in sogenannten Multitopfplatten oder klassischen Aussaatschalen an und verbringen sie dann in einen beheizten kleinen Tunnel in unserem Gewächshaus. Einige unserer Kulturen haben eine optimale Keimtemperatur von 25°C und mehr. Sie können sich sicher denken, welche Pflanzen es naturgemäß auch zur Keimung gerne ein bisschen gemütlicher haben: Tomate, Aubergine, Paprika, Gurke, Melone und Chili seien da vorneweg genannt. Unsere Salate hingegen keimen nur bei einer Temperatur unter 18°, weshalb wir sie spätestens im Sommer in einem unserer Kühlräume keimen lassen…

Bei meinem täglichen Blick auf unsere Aussaaten konnte ich bereits die ersten Keimlinge bestaunen. Immer wieder ein schöner Anblick, wenn sich aus dem Korn der zarte Trieb durch die Erde in das Licht schiebt und seine ersten Keimblätter öffnet…

Auch wenn wir auf dem Feld draußen keinen Einfluss mehr haben auf das Wetter, können wir doch in der Jungpflanzenanzucht entsprechend eingreifen und steuern, um eine möglichst starke, gesunde Jungpflanze zu erhalten. Dies ist schon mal eine gute Voraussetzung für eine ertragreiche Ernte. Wir prüfen ständig, ob die Temperatur für die Jungpflanzen passt. Kommt nämlich die Sonne heraus, wird es unter der Folie schnell mal 40°C und mehr, was die Pflanzen schädigen kann. Dann heißt es lüften bzw. den Tunnel öffnen. Es gilt auch mehrmals täglich gewissenhaft zu prüfen, ob die Erde noch ausreichend feucht ist und entsprechend zu gießen. Werden die Keimlinge größer, werden sie aus den Anzuchtschalen vorsichtig in Töpfe umgesetzt bzw. die Pflanzen für das Freiland werden in den Multitopfplatten zum Abhärten nach draußen gestellt. Um ein gutes Anwachsen zu gewährleisten ist es wichtig, dass die Pflanzen sich zunächst an die Witterungseinflüsse und vor allem die direkte Sonnenstrahlung gewöhnen, bevor sie gepflanzt werden. So werden die Jungpflanzen gekräftigt und können dann nach der Pflanzung ihre Energie ins Wurzelwachstum stecken.

Doch wir beschäftigen uns aktuell nicht nur mit Aussaaten, es gibt auch einige wenige Kulturen, die wir zurzeit ernten. So freuen wir uns, Ihnen bereits Mangold aus eigenem Anbau anbieten zu können. Dieser Mangold begleitet uns GärtnerInnen schon seit einigen Monaten: Wir haben ihn im Spätsommer ausgesät und angezogen, im Herbst dann in den Folientunnel gepflanzt und den Winter über gepflegt: gewässert, gehackt und gejätet und in sehr kalten Nächten mit Vlies abgedeckt. Die Pflanzen haben den Winter gut überstanden und wachsen dann im Frühjahr los, sobald die Sonne herauskommt und es etwas wärmer wird.

Zurzeit können wir Ihnen zwei verschiedene Arten von Mangold anbieten. Kennen Sie den Unterschied zwischen Blatt- und Stielmangold? Ich muss gestehen, dass ich selbst erst vor wenigen Jahren realisiert habe, dass das von der Verwendung her zwei völlig verschiedene Produkte sind.

Blattmangold besitzt dünne, zarte Stängel und wird wie Blattspinat geerntet und zubereitet. Mangold und Spinat sind verwandt, sie gehören beide zur Familie der Gänsefußgewächse.

Beim Stielmangold stehen die die dicken, fleischigen und im Geschmack nussartigen Blattstiele im Fokus. Die Stiele leuchten je nach Sorte in verschiedenen Farben: Weiß, Rot, Gelb oder Violett. Auch beim Stielmangold werden die Blätter mitverwendet. Allerdings wird Stielmangold meist geerntet, wenn die Stiele eine entsprechende Größe erreicht haben, dann werden die äußeren Blätter abgebrochen oder die ganze Pflanze als Staude geerntet. Die Blätter sind dann wesentlich gröber als beim Blattmangold und werden beim Kochen meist in feine Streifen geschnitten.

Blattmangold ähnelt auch geschmacklich eher dem Spinat, er ist weniger herb als der Stielmangold. So lässt sich manch ein Skeptiker des klassischen Stielmangolds von dem frischen Blattgemüse überzeugen. Probieren Sie es aus!

Für die Hofgemeinschaft

Ralph Seckler

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