Liebe Kund:Innen und Freund:Innen des Hofes,
ein Frohes Neues Jahr 2026 wünsche ich Ihnen.
Gerne würde ich in einer Zauberkugel mir anschauen, was das nächste Jahr so bringen wird.
Wir Bauern lassen uns ja gerne über das Wetter aus- zu trocken, zu nass. Nie passt es so richtig.
Der Frühling letzten Jahres soll laut Deutschem Wetterdienst der sonnigste und trockenste gewesen sein. Ja, das haben wir gemerkt und merken es nun in der Winterstallzeit, denn das gute Kuhfutter ist wahrscheinlich doch etwas knapp.
Nun ja, auch der Dezember soll besonders trocken gewesen sein. Stimmt, das haben wir auch gemerkt, denn unsere Rinder dürfen immer noch draußen wohnen und haben die sonnigen Tage bestimmt sehr genossen.
Was bringt aber nun 2026?
Die UN-Generalversammlung hat das „Internationale Jahr der Frauen in der Landwirtschaft“ ausgerufen. Frauen spielen weltweit eine entscheidende Rolle in der Landwirtschaft. Doch viele hätten laut UN keinen fairen Zugang zu Land, Bildung, Finanzierung, Technik oder politischer Mitbestimmung. Darauf soll nun aufmerksam gemacht werden.
In Deutschland sind laut Agrarstrukturerhebung 2023 35 % aller Arbeitskräfte in der Landwirtschaft weiblich, hingegen nur 11 % der Betriebsleitenden. Häufig fühlen sich Frauen als mitarbeitende Ehepartner in Prozesse miteinbezogen und bestimmen mit, sind aber in Fällen Scheidung, Trennung oder Erbe nicht gut abgesichert. Ich kann dazu einen Kommentar in der unabhängigen Bauernstimme „Längst überfällig“ von Claudia Gerster empfehlen. (https://www.bauernstimme.de/news/details/kommentar-laengst-ueberfaellig)
Es ist also gut, wenn dieses Thema in den Fokus rückt.
Zum Jahresbeginn steigt auch der Mindestlohn. Das ist für uns als Betrieb mit viel Handarbeit und Kleinteiligkeit auf jeden Fall eine Herausforderung. Wie können wir unseren Mitarbeiter:Innen einen guten fairen Lohn zahlen und dennoch auf dem „großen“ Markt bestehen. Und bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Der Mindestlohn ist nicht das was wir unter einem fairem Lohn verstehen und was wir als Ziel sehen. Wir werden also das kommende Jahr auch nutzen, um den Hof weiter nachhaltig und zukunftsweisend zu bewirtschaften. Und die Fragen zu beantworten wird bestimmt nicht einfach werden.
Zum Schluss möchte ich noch scherzhaft anmerken, dass wir im Stall schon sehr auf Frauen Empowerment setzen. Unsere Teamquote liegt bei ca. 75 % Frauen, rechnen wir dann noch die Milchladys dazu liegen wir bei über 90 %. Und noch eine weitere schöne Nachricht: Wir konnten uns die letzten vier Wochen über vier weibliche Kälbchen freuen. Frieda, Friedel, Flo und Fine sind wohl auf und trinken fleißig bei ihren Tanten und nehmen gut zu. Die Frauenquote im Stall ist also stetig wachsend.
Mit einem lachenden Auge grüße aus dem Stall
Julia



