Diese Woche kommt der Kundenbrief von bisher unbekannter Seite. Mein Name ist Antonia und ich bin seit diesem Schuljahr Auszubildende im Kuhstall des Gut Rothenhausen. Bevor ich zum März in den Ackerbau wechsele, sollen Sie ein Resumé meines Lern- und Erfahrungsweges bekommen.

In meinem vorigen Ausbildungsjahr habe ich mit Schweinen gearbeitet, die bei mangelnder Behutsamkeit mitunter dazu neigen vor Angst im Kreis zu rennen. Bei den Kühen fand ich mich mit der gegenteiligen Problematik konfrontiert: Wie zum Teufel bekommt man 650kg in Bewegung? 650 sture Kilogramm. Erschwert durch die fehlende Fähigkeit zu erkennen, was die Kuh zu ihrem Verhalten veranlasst. Bleibt sie aus Respekt vor irgendeinem Gegenstand am Wegrand oder aus purer Bewegungsunlust stehen? Und wo will sie jetzt hin?

Mit Überwindung der Sprachbarriere wurde es nach ein paar Wochen schon wesentlich leichter. Mit der Zeit lernt man dann auch, die einzelnen Kühe nicht nur anhand der Zahl auf ihrer Ohrmarke zu identifizieren, sondern erkennt sie von vorne, von hinten und irgendwann sogar an ihrer Silhouette an einem dunklen Wintermorgen auf dem Laufhof. Man beobachtet nicht nur kulinarische Vorlieben und besondere Verhaltensmuster einzelner Damen, sondern beginnt eine nach der anderen ins Herz zu schließen. Sei es Scheila, eine kleine, braune Kugel mit unstillbarer Neugierde, die die Fährte einer vorbei huschenden, alten Ratte aufnimmt oder Waltraut, das wohl merkwürdigste Tier im Stall. Bereits die halbe Strecke hinter der Herde, schreitet sie ohne jegliche Zweifel in ihrer Seelenruhe Schritt für Schritt.

Und so kommt zum fachlichen Lernweg die Erkenntnis, dass auch wir Menschen wie die Kühe den Weg in unserer eigenen Façon gehen und wie die Kühe die kleinen Besonderheiten am Wegrand bestaunen sollten.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein wunderschönes und lehrreiches Jahr!

Antonia

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