Liebe Kundschaft,
genießen Sie auch die langen, lichtreichen Tage? Der Tag der Sommersonnenwende ist bei uns knapp 17 Stunden lang. Kaum vorstellbar, dass er damit fast zehn Stunden länger ist als der kürzeste Tag im Dezember!
Der Frühsommer ist mir ja sowieso die liebste Zeit im Jahresverlauf. Es ist die Zeit, in der die Natur oberirdisch förmlich explodiert und sich die Arbeit von der Aussaat hin zur intensiven Pflege und zur ersten Ernte verlagert. Was Sie aktuell in Ihren Kisten vorfinden, stammt aus der ersten Erntewelle der Pflanzungen und Aussaaten des zeitigen Frühjahrs: Neben Radieschen, Spinat und Rübchen sind die ersten Sätze Salat, Pak Choi, Zuckerschoten, Dicke Bohnen und Kohlrabi erntereif. Auch der Fenchel ist bald so weit.
Seit drei Wochen ernten wir zudem die ersten Zucchini aus unserem Gewächshaus. Die Tomaten tragen bereits reichlich Früchte, es fehlt ihnen jedoch noch etwas sommerliche Wärme und Sonne, um auszureifen. Mit der ersten Ernte rechnen wir Anfang bis Mitte Juli. Seit zwei Wochen ernten wir außerdem die ersten Minigurken.
Der gemüsebauliche Schwerpunkt liegt in dieser Zeit – neben der zunehmenden Erntetätigkeit – auf der Pflanzung der Spätkulturen, beispielsweise Porree für Herbst und Winter, Knollensellerie, Lagerkohlgemüse sowie Spätkohlarten wie Grünkohl oder Federkohl. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Pflege des Fruchtgemüses. So sind wir wöchentlich mit dem Ausgeizen und Hochbinden von Tomaten, Gurken und Paprika im Gewächshaus beschäftigt.
Durch das rasche Wachstum ist der Beikrautdruck derzeit enorm hoch. Gleichzeitig steigt bei Hitze sowie ausbleibendem oder unregelmäßigem Regen der Bewässerungsbedarf stark an. Hier sind ein gutes Unkraut- und Wassermanagement gefragt. Um die beschriebenen Aufgaben erfolgreich anzugehen und sinnvoll aufeinander abzustimmen, gilt es, flexibel zu bleiben und täglich neu zu priorisieren und abzuwägen, damit wir am Ende des Tages zufrieden auf unser Tagwerk zurückblicken können.
Das gelingt uns natürlich nicht immer vollumfänglich. So bleibt bei allem Priorisieren und Abwägen am Ende des Tages doch manchmal etwas liegen. Zum Glück schenkt uns diese Jahreszeit großzügig bemessene Tage. Und was heute nicht mehr hineinpasst, findet morgen vielleicht noch seinen Platz!
In diesem Sinne: Bleiben Sie gelassen und genießen Sie den Frühsommer.
Für die Hofgemeinschaft
Ralph Seckler






