Liebe KundInnen und FreundInnen des Hofes,
oft richtet sich das landwirtschaftliche Befinden ja nach dem Wetter. War es die letzten Wochen sehr winterlich und eisig, so hat nun ein regnerisches Tauwetter um Null Grad eingesetzt. Das ist einerseits erfreulich alle Tränken und manches Gemüse wie Kohlröschen und Rosenkohl sind inzwischen wieder aufgetaut. Andererseits fließt das Wasser durch den noch immer gefrorenen Boden meist nicht ab und auf dem Hof entstehen einige große Pfützen. Die Kinder sind eingentlich immer nass und matschig und unsere Tochter holt ihre Hände am Liebsten nicht mehr aus dem Schneeanzug heraus.
Wo sind denn da die Lichtblicke, frage ich mich bei dem trüben kalten Wetter…
Da lohnt sich für uns Stallmenschen oft der Blick in den Stall zu den Tieren. Unsere vielen Kälber, die alle noch während eisiger windiger Frosttage geboren wurden, sind alle wohlauf und stören sich an der Matsche eher wenig. Vielmehr sind sie sehr froh und ausgelassen herum gesprungen, als wir sie aus dem windgeschützten Stall in den Kälberbereich nach draußen umquartiert haben. So ausgelassen, dass sie die Stromlitzen oftmals übersehen haben und es eine große Aufregung bei den Kühen gab, als da plötzlich die Kälber über den Laufhof buckelten und flitzen. Mir bleiben solche lebendigen Momente im Gedächtnis und helfen nach draußen zu gehen, wenn es so ungemütliches Wetter ist.
Eine andere Variante kann es auch sein, sich mit Themen zu beschäftigen, die ansonsten gerne aufgeschoben werden. Ein solches Thema ist bei uns die Tierzucht. Wir haben hier ja keinen eigenen Zuchtbullen auf dem Hof, sondern können uns für jede Kuh gezielt unseren „Traumbullen“ aussuchen. Doch nach welchen Kriterien entscheiden wir….?
Milchleistung, Bemuskelung, Doppelnutzungseigenschaften, Robustheit, Zuchtwerte usw. ….
und dann hat jeder Bulle noch einen anderen Preis, die die schon viel gelobt und berühmt sind, sind teuer, die jungen Bullen, die noch wenig geprüft sind, auch mal günstiger. Eine schwierige Entscheidung,… bisher.
Nun hatten wir mit Unterstützung der ÖTZ (Ökologische Tierzucht) einen Berater vor Ort, der uns die Methode der Triple A Zucht näher gebracht hat und einige unserer Tier typisiert hat. Bei Triple A geht es darum, auf Grund der Körperform des Tieres mittels gezielter Anpaarung ein ausbalanciertes Tier in der nächsten Generation zu erzielen. Sehr spannend, aber auch nicht ganz einfach für uns Laien gleich alle Formen schnell zu erkennen.
Anschließend haben wir noch in unserem kleinen Archiv nachgeforscht und die Zuchtgeschichte der Herde verfolgt. Inzwischen haben sich 5 Kuhlinien, von einst 9 Linien, durchgesetzt. Es ist auch sehr interessant zu sehen, wie welche Tiere miteinander verwandt sind… und mit unter auch überraschend: von unserer Rosa (Rosalinde 77999) haben wir aktuell 5 Töchter, die wir behalten wollen und die haben noch einiges an Großtanten anzubieten. Es bleibt also spannend, aber wir haben auch neue Entscheidungshilfe an die Hand bekommen und können so besser planen, welcher Bulle zu unseren Tieren passen könnte.
Mit diesem Einblick in unseren Stall verabschiede ich mich mit dem Hinweis, dass falls ihr/Sie neugierig geworden seid, unsere Stallführung am 21.02.2026 um 11 Uhr der Beste Ort ist noch Fragen zu stellen, oder zu schauen, was Rosa und ihre Kinder so treiben.
Viele Grüße aus dem Stall von Julia



