Liebe Kundinnen und Kunden,
es folgt nun eine Plädoyer für ein unterschätztes Gemüse! Der Zuckerhutsalat – knackig, regional angebaut und saisonal verfügbar.
Zum Ende des Winters wird die Auswahl an regionalen Blattsalaten immer geringer. Auch traditionelle Herbst- und Wintersalate wie Endivie und Radicchio sind nur noch aus Südeuropa verfügbar, im Januar gibt es aufgrund der kurzen Tageslänge in der Regel auch keinen Feldsalat aus Deutschland. Es bleiben Postelein oder Chicorée oder eben der lagerfähige Zuckerhut.
Seinen Namen verdankt der Zuckerhutsalat seiner markanten, kegelförmigen Gestalt, die an die Zuckerhüte erinnert, in denen Zucker bis ins 19. Jahrhundert verkauft wurde. Ursprünglich stammt er aus Italien, Südfrankreich, Österreich und dem Tessin. Schon früh wurde er wegen Robustheit und Lagerfähigkeit geschätzt – Eigenschaften, die bis heute überzeugen.
In Deutschland ist der Zuckerhutsalat eher ein Nischenprodukt. Er ist keineswegs so verbreitet wie seine engen Verwandten Endivie, Chicorée oder Radicchio und wird im Sortiment der Händler und auf den Tellern deutlich seltener angeboten.
Geschmacklich zeigt sich der Zuckerhutsalat charakterstark. Seine leicht bittere Note ist sortentypisch und gilt traditionell als verdauungsfördernd – besonders nach den reichhaltigeren Mahlzeiten des Winters… Skeptiker der Bitterstoffe aufgepasst: Wer einmal probiert, merkt schnell – der Zuckerhut ist keineswegs „bitter“ im engeren Sinne, sondern aromatisch, frisch und überraschend angenehm! Wer es milder mag, kann den Salat kurz wässern, mit fruchtigen Komponenten kombinieren oder die Blätter fein schneiden. Kleine Stücke wirken aromatisch weniger intensiv, die Bitterstoffe verteilen sich gleichmäßiger. Dafür die Blätter waschen, Strunk entfernen und ganz dünn in Streifen schneiden.
Was den Gemüsegärtner mit Freude erfüllt, kann für unser Packteam – und manchmal auch für Sie zu Hause – eine kleine Herausforderung sein: die Größe! Ein ausgewachsener Zuckerhut wiegt normalerweise 700 g bis 1,5 kg, unter besten Bedingungen kann er bis zu 2 kg erreichen. Kein Problem: Wer nicht gerade einen großen Familienclan am Tisch hat, kann ihn problemlos in Portionen anschneiden und über mehrere Tage genießen. Tipp: In ein feuchtes Tuch oder eine Plastiktüte gewickelt bleibt er im Kühlschrank mehrere Tage frisch.
Roh überzeugt er durch Frische und Biss; kurz gedünstet wird er milder und eignet sich gut als warme Beilage oder Bestandteil herzhafter Wintergerichte. Kombinationen mit Apfel, Orange, Nüssen oder Speck sind möglich.
Der Zuckerhutsalat ist ein wenig bekanntes, oft verkanntes Gemüse. Er steht zwar im Schatten seiner „prominenten“ Familienmitglieder, dies aber völlig zu Unrecht!
Falls Sie bislang skeptisch oder kulinarisch unmotiviert gegenüber diesem Gemüse eingestellt sind, hoffe ich, dass ich Ihre Probierfreude wecken konnte!
Für die Hofgemeinschaft
Ralph Seckler



