Liebe Freunde und Kunden des Hofes,

vielleicht ist Ihnen aufgefallen, daß das Adventsbrot nicht schon wie sonst zu Beginn der Adventszeit im Angebot war und daß auch das kürzlich neu eingeführte Sauerteigbaguette nicht verfügbar war. Der Grund liegt darin, daß mein Kollege Frank und ich zeitgleich ausfielen und wir somit vor der Frage standen, die Backstube entweder komplett zu schließen oder auf unsere beiden Springer Hans Peter und Dany zurückzugreifen und diese kurzerhand zu zwei Hauptbäckern zu machen. Die beiden waren bereits während meiner Meisterzeit das Mittwochsbackstubenteam, aber in diesem Umfang mit voller Verantwortung und so lange am Stück handelte es sich nun um eine völlig neue Herausforderung. Ich bin sehr froh, daß wir uns für diese Variante entschieden haben, denn die beiden haben ihre neue Rolle mit Bravour gemeistert, es sind schöne Brote und neue Ideen für unsere Backstubenabläufe entstanden. Ich finde die beiden können zurecht sehr stolz auf sich sein und deshalb möchte ich mich an dieser Stelle bei Euch bedanken: vielen Dank, ihr beiden, für Eure unermüdliche Einsatzbereitschaft, Euer Engagement und Euer Verantwortungsbewusstsein!

Vielleicht haben sie liebe Kunden, sogar gemerkt, daß die Brote möglicherweise anders geschmeckt haben?

Es gibt die Erzählung, daß wenn man 10 Bäckern das selbe Rezept gibt, 10 verschiedene Brote herauskommen. Aber wie ist das möglich, wenn Brote wie bei uns nur aus drei Zutaten – Mehl, Wasser und Salz bestehen? Dies liegt darin, daß handwerkliches Backen ein sehr lebendiger Prozess ist: sowohl die Jahreszeiten haben Einfluss auf den Teig, als auch die Wassertemperatur und Menge, die Knetintensität, die Teigruhe, die Raumfeuchtigkeit, natürlich die Ofentemperatur und auch der Wasserdampf im Ofen, … aber auch diese Einflüsse stehen untereinander in Verbindung: so ist bei Regenwetter das Backstubenklima feuchter, so ist die Ofentempertur kühler, wenn die Herdplatte gerade erst wieder frei geworden ist usw. Die meisten Details stehen nicht im Rezept und sie sind sowohl Erfahrung als auch Gefühlssache, ganz anders als in der Industrie oder auch in konventionellen maschinendominierten Backstuben. Hier gibt es viel mehr Steuerungsmöglichkeiten sowohl maschinell als auch was die Zusatzstoffe betrifft, die Auswirkungen auf die Teig und Brotbeschaffenheit haben. So gelingt es, daß jedes Brot am Ende gleich aussieht und gleich schmeckt und das jeden Tag. Sie können sich gar nicht vorstellen, wie dankbar und froh ich bin, daß ich mit lebendigen Rohstoffen und Rahmenbedingungen arbeiten darf, jedes einzelne Brot noch mit der Hand kneten darf und mich täglich über Brote mit Charakter und Seele freuen darf, denn bei mir sieht kein Brot aus wie das andere, und mit einem feinen Gaumen schmeckt man vielleicht sogar heraus ob es am Backtag sehr warm in der Backstube war oder ob das Brot mit viel oder wenig Wasserdampf gebacken wurde.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein lebendiges Weihnachtsfest und einen ebensolchen Start ins neue Jahr.

Viele Grüße aus der Backstube,

Verena Hennig

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