Liebe KundInnen und FreundInnen des Hofes,
Sommer in Norddeutschland und wir sind in der Landwirtschaft mitten drin.
Während wir Menschen uns schon über das warme sonnige Wetter freuen und wir die freien Stunden nutzen, um ins kühle Nass zu springen, ist es für unsere Milchkühe eine Herausforderung mit der Hitze umzugehen. Die Komforttemperatur liegt bei 14 Grad Clelsius und darunter. Gerade auf unseren Kleegrasflächen auf dem Acker gibt es zur Mittagszeit nur wenig Schatten und so ermöglichen wir den Tieren bei Temperaturen über 30 Grad Celsius das Weiden auf einigen der schattigeren Grünlandflächen. Hier haben wir einen alten Baumbestand oder schattigere Hecken zu bieten. Wird es deutlich wärmer als 35 Grad Celsius, bleiben die Tiere im Stall, wo es Schatten gibt und dann kommt das Futter zu ihnen auf den Futtertisch.
Was tut sich ansonsten im Stall?
Unsere ersten Angus-Kreuzungskälbchen sind auf die Welt gekommen und erweitern das Farbspektrum der Tiere. Im Herbst letzten Jahres hatten wir einen stattlichen Angus plus Schwarzbunt DN Bullen vom Gut Wulfsdorf ausgeliehen und diesen mit unseren Färsen mitlaufen lassen, damit dieser sie deckt. Und voilá die ersten Nachkommen von Zorro wagen sich auf die Welt. Wir werden diese nicht für die Nachzucht nutzen, sondern als Fleischrinder aufziehen und dann landen sie in ca. zwei Jahren in der Fleischtheke des Hofladens als besonders schmackhafte marmorierte Steaks und andere Leckereien. Alle Kälber wurden heimlich auf der Weide geboren und sind fit, trinkfreudig und munter. Die jungen Mütter kümmern sich sehr intensiv um ihren Nachwuchs und gewöhnen sich an ihren neuen Alltag als Milchkühe. Für mich ist es immer wieder spannend zu beobachten, wo in der Rangfolge der Kühe sich der junge Nachwuchs einreiht. Manche Kühe scheinen ihre erwachsenen Töchter wieder er erkennen und stehen oft nebeneinander. Unsere Coco ist die Tochter unserer Herdenchefin Pamela und weist einige der cheffigen Eigenschaften ihrer Mutter auf. So schubst sie rangniedere Tiere nachdrücklich zur Seite und passt auf, dass diese sie beim Treiben nicht überholen. Agnes ist eine besonders freundliche und zugängliche Kuh und ihre Tochter Edda hat denselben freundlichen zugewandten Charakter. Beim ersten Melken ging sie in den Melkstand, als würde sie das schon ewig so machen und ließ sich problemlos melken. Das freut mich immer extrem, wenn unsere Erstkalbinnen gut in ihren neuen Arbeitsalltag starten. Geht das erste Melken nicht so unproblematisch, erfordert es viel Fingerspitzengefühl, Ruhe und Gelassenheit von unserem ganzen Stallteam bis die neuen jungen Damen sich gut melken lassen und entspannt in den Melkstand kommen.
Ansonsten ist der Sommer stark vom Futtermachen für den Winter geprägt. Von dem ständigen Wetterbericht checken und Kleegras- und Wiesenbestand im Blick behalten habe ich ja schon öfter berichtet. Diesen Sommer fiel unser geliebter Stall- und Futtertrecker aber plötzlich aus. Der Motorölstand blieb nicht gleich, sondern stieg an. Leider hat sich Diesel in das Öl geschummelt. Die Einspritzpumpe war leider undicht. Keine Reparatur, die mal so eben leicht von der Hand geht. Der Trecker stand erst einmal still. Unser Lohnunterehmer übernahm auf einigen Flächen alle Arbeiten und wir planten die Reparatur des 311ers. Zum Glück haben wir hier Unterstützung von Nils Studtfeld, unserem befreundeten Motorenspezialisten. Anstatt die sommerlichen Abende im Garten, verbringen Iver und Nils nun sommerliche Abende im Maschinenschuppen und reparieren unseren Stalltrecker. Es wird gefachsimpelt, geflucht, gertrickst und dann läuft der Trecker wieder.
Wenn nun die nächste günstige Wetterlage kommt, wird der Schlepper wieder Einsatzbereit mit Mähwerk aufwarten und unseren dritten Schnitt mähen, schwaden und Ballen fahren.
Apropos günstige Wetterlage, auch unser Roggen wartet auf die nächste günstige Wetterlage um gedroschen zu werden und auch die ersten neuen Kartoffeln werden nicht mehr lange in der Erde verweilen.
Genießen Sie den Sommer und schauen sie bei uns im Hofladen vorbei um unsere leckeren Produkte ganz frisch zu genießen.
Es grüßt aus dem Stall
Julia






