Liebe Kunden,

nun ist es soweit! Seit letzter Woche können wir die ersten Minigurken aus unserem Folientunnel ernten.

Zuletzt berichtete ich Ihnen Anfang Februar von unserem Vorhaben einen Folientunnel aufzustellen. Seitdem ist viel passiert und es freut uns sehr, nun die ersten Kulturen daraus ernten zu können. Unsere Hauptkultur im Tunnel sind die Gurken (Schlangen- und Minigurken) welche wir Anfang bis Mitte Mai gepflanzt haben. Der restliche Platz ist oder war belegt durch Zucchini, Stangenbohnen, Basilikum, Wilde Rauke und Pak Choi. Außerdem probieren wir uns weiter im Anbau von Ingwer.

Nachdem der Tunnel Mitte März errichtet wurde, ging dann alles sehr schnell. Viele fleißige Hände haben auch nach dem Aufbau geholfen Strom und Wasser bzw. das Beregnungssystem zu installieren. Besonders intensiv haben wir uns mit der Bodenvorbereitung beschäftigt. Ein jeder weiß, dass es ein bisschen Mühe bedarf aus einer gewachsenen „Rasenfläche“ ein Gemüsebeet zu etablieren. Da ein „Umbruch“ der Fläche erst nach dem Aufbau des Tunnels möglich war, ist der Einsatz von schwerem Gerät nur eingeschränkt möglich gewesen. Vor allem die Randbereiche galt es von Hand zu bearbeiten. In diesem Zuge mussten wir uns mit „dem“ Beikraut befassen: der „Quecke“. Ein wahrlich hartnäckiges etwas! Die Quecke ist ein mehrjähriges Ährengras, das lange, stark verzweigte weiße Wurzeltriebe und Rhizome bildet und sich über diese unterirdischen Ausläufer ausbreitet. Zerteilt man Quecken, so kann aus jedem Wurzelstück bzw. Teil-Rhizom ein neues Gras erwachsen. Eine einzige Pflanze vermag im Verlaufe einer Vegetationsperiode bis zu 50 Ausläufer zu bilden. Das Mittel der Wahl ist in unserem Fall mit Hilfe einer Grabgabel die Wurzeln weitestgehend aus der Erde zu fischen…

Nach der Pflanzung haben wir den kompletten Boden mit einer dicken Mulchschicht versehen. Mit Mulch ist in der Regel eine Bodenbedeckung aus natürlichen, leicht verrottbaren, organischen Materialien gemeint. Wir verwenden meist Kleegras-Silage und können hier auch Ballen verwerten, die aufgrund von Beschädigungen nicht mehr als Tierfutter einsatzfähig sind. Auch frischer Grasschnitt eignet sich wunderbar, je energiereicher umso höher der Düngeeffekt. Die Mulchschicht verhindert, dass im Boden gespeichertes Wasser im Sommer zu rasch verdunstet und verhindert die Keimung unerwünschter Wildkräuter. In der Praxis bedeutet das: Man muss weniger gießen, hacken und jäten. Und wie auf dem Komposthaufen wird das Material von den Bodenlebewesen allmählich in fruchtbaren Humus umgewandelt. Damit ist das Mulchen auch eine wichtige Maßnahme für den Humusaufbau und kann – je nach Material – auch zur Nährstoffversorgung der Kulturpflanze beitragen.

Lange Rede kurzer Sinn: Zufrieden schauen die Beteiligten beim Blick in den Tunnel auf die ersten Früchte ihrer Arbeit.

Herzliche Grüße

für die Hofgemeinschaft

Ralph Seckler