Liebe Kund:innen,

am Mittwoch, den 7.2.24 haben die Abgeordneten des Europäischen Parlaments über die Regelungen zur Freisetzung und Kennzeichnung von Pflanzen und Produkten aus diesen Pflanzen abgestimmt, die mit Hilfe der sogenannten neuen Gentechnik (NGT) erzeugt wurden.

Herausgekommen ist leider eine starke Aufweichung der bislang bestehenden Regulierung – einzig die Kennzeichnung soll nun doch wie bisher über die gesamte Wertschöpfungskette erfolgen.

Noch ist offen, ob und wenn ja wann die Beschlüsse des Parlaments umgesetzt werden, da sich die Mitgliedstaaten bisher auf keine gemeinsame Position zur künftigen NGT-Regulierung einigen konnten.

Im ökologischen Landbau sollen NGT-Pflanzen vorerst verboten bleiben. Wie eine Koexistenz mit einer gentechnikfreien Produktion funktionieren soll, ist aber ungelöst.

Das Problem dabei: Die fadenscheinigen Versprechen, mit Gentechnik – egal ob der „alten“ oder der „neuen“ – würde sich eine Einsparung im Pestizideinsatz oder Verbesserungen bei den Anpassungen an klimatische Veränderungen erzielen lassen, sind sehr theoretisch. In der Praxis hat sich in Staaten, die Gentechnik gegenüber aufgeschlossener sind, das Gegenteil ergeben: der Pestizideinsatz ist gestiegen, Superunkräuter haben sich entwickelt, die Abhängigkeit der Landwirtschaft von gigantischen Konzernen hat stark zugenommen.

Während die Gentechnik-Industrie mit dieser beschlossenen Deregulierung hohe Gewinne zu erwarten hat, werden die Kosten für Maßnahmen zum Schutz der gentechnikfreien Produktion bei den Gentechnik-frei wirtschaftenden Betrieben liegen – also zum Beispiel bei uns.

Auch für Verbraucher:innen bleiben große Unsicherheiten, die bisher für gentechnisch veränderte Organismen vorgeschriebene Risikoprüfung wird für bestimmte Kategorien von NGT-Pflanzen wegfallen oder beschleunigt. Und das obwohl laut einer Forsa-Umfrage vom September letzten Jahres 96% der Deutschen möchten, dass alle NGT-Pflanzen ausnahmslos einer Risikoprüfung unterzogen werden. Und in nur zwei Monaten haben in Deutschland mehr als 92.000 Menschen die Petition „Kennzeichnung und Regulierung aller Gentechnik-Pflanzen erhalten!“ unterstützt und sich damit für gentechnikfreie Lebensmittelerzeugung ausgesprochen.

Besser als die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) kann ich es nicht formulieren: „Für eine klimaresiliente Landwirtschaft brauchen wir Vielfalt an Kulturen und Anbausystemen, Vielfalt in den Sorten und eine Agrarpolitik, bei der jeder Hof zählt!“ – und keine neue Gentechnik!

Philipp Hennig

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