Liebe Leute,

hier kommt ein kurzer Kundenbrief aus der Ernte:

So ab Mitte Juli stellt sich für uns in der Landwirtschaft Tätige ja täglich die Frage, wann denn das Getreide wohl reif ist.

Letztendlich hängt das von mehreren Faktoren ab: der Aussaatzeitpunkt, die sortenspezifische Entwicklungsdauer von Keimung bis Ernte, die Bodenverhältnisse, das Wasserangebot, die Wärme, das Nährstoffangebot im Boden und schließlich die Verwendung des Getreides nach der Ernte – also ob es zum Beispiel verbacken oder verfüttert werden soll, ob es in einer großen Masse untergeht oder das einzige Getreide ist, welches für das kommende Jahr zur Verfügung steht.

Bei uns werden Dinkel, Roggen und Weizen verbacken was bedeutet, dass an diese Getreide besonders hohe Anforderungen gestellt werden. Vor allem der Roggen verträgt es überhaupt nicht, wenn er reif zu lange auf dem Acker warten muss – er fängt dann sehr schnell wieder an in Keimstimmung zu kommen und damit ist die Backfähigkeit sofort dahin.

Ob Getreide reif ist oder bald sein wird lässt sich recht einfach feststellen: einfach ein paar Körner zwischen den Handflächen aus den Ähren reiben und dann einmal herzhaft draufbeißen: Reifes Getreide ist hart und knackt, bis ungefähr 20% Restfeuchte im Korn kann man sich mit diesem Test ein sehr gutes Bild vom Reifegrad machen. Da das Getreide aber maximal 14% Restfeuchte enthalten darf um stabil für ein Jahr gelagert zu werden, kommt dann im zweiten Schritt ein Feuchtemessgerät zum Einsatz.

Und dann das Wetter: der Dinkel war dieses Jahr zuerst reif, das Wetter sonnig sommerlich und die Entscheidung zu dreschen nicht sehr schwer. Einen Tag später war auch das Stroh trocken und konnte gepresst und unter Dach gefahren werden.

Dann sah die Wettervorhersage nicht mehr so gut aus, der Roggen war am Abreifen aber noch etwas zu feucht zum Dreschen. Also was tun? Darauf spekulieren, dass nur eine kurze Regenphase bevorsteht oder auf Nummer Sicher gehen und den Roggen ernten und Nachtrocknen?!

Ich habe mich für letzteres entschieden, da ja wie oben schon erwähnt die Backqualität beim Roggen sehr schnell leidet und unsere Backstube nur diesen Roggen zur Verfügung hat.

Also war auch der Roggen schneller als gedacht erntereif und nicht nur das, sondern auch filmreif!

Seit einiger Zeit begleiten uns mit der Kamera und mit dem Notitzblock sehr professionell Michaela und Rainer Jensen – wir hatten an dieser Stelle schon einmal von einem Fotoshooting in der Backstube berichtet. Die Bilder und Filme sind zum einen für einen sehr schönen Blog der beiden (https://regionalundhandgemacht.de/) oder sind bei Instagram zu bewundern (https://www.instagram.com/rainerjensen/), aber auch wir bekommen sie für die Homepage, den Jahresbrief oder ganz aktuell für einen kleinen feinen Image-Film.

Um nochmal zum Roggen zu kommen: mit Hochstativ, Drohne, körperlichem Einsatz und verschiedenen Kameras wurde die komplette Roggenernte dokumentiert und ich freue mich schon auf die schönen Fotos und Filmsequenzen!

Auch filmreif wäre sicherlich der erste Einsatz des neuen Fahrzeugs unserer freiwilligen Feuerwehr gewesen, wenn auf den letzten Metern Roggen der Mähdrescher abgebrannt wäre: so mir nichts- dir nichts war eine Schraube der Lichtmaschine gebrochen, wodurch sie einfach herunter fiel. Da sie auch zum Spannen eines wichtigen Riemens am Motor dient, lommelte dieser nur noch lose herum, trieb die Kühlwasserpumpe und den Lüfter nicht mehr an und den Rest können Sie sich denken: da der Motor die ganze Zeit vollgas laufen muss wird er ungekühlt sehr schnell heiß, Kühlwasser spritzt und dampft, die Staubschicht, die sich unweigerlich bei dieser staubigen Arbeit über alles legt beginnt Röstaromen zu entwickeln… Aber es ist ja nochmal alles gutgangen!

In diesem Sinne viele Grüße aus der Ernte!

Philipp Hennig

  • 05.09.22 – vom Tag des offenen Hofes und Kartoffeln

    Liebe Kund*innen,

    letzten Samstag haben wir es endlich einmal wieder gewagt: So eine Art Hoffest zu veranstalten!

    Vor zwei Jahren, vor Corona, waren die Hoffeste ja zuletzt sehr groß und voll gewesen, mit sehr viel Vor- und Nachbereitung verbunden und eher so eine Art Rummel. Das hatte auch seinen Reiz, der Bezug zum Hof war aber irgendwie etwas verloren gegangen.

    Wir haben die Gunst der Stunde genutzt, mal ein anderes Format auszuprobieren: einen Tag der offenen Tür bzw. des offenen Hofes, mit vielen Möglichkeiten, den Hof einmal anders zu erleben, als es bei einem „normalen“ Besuch der Fall ist.

    Heraus gekommen sind verschiedene Mitmachaktionen und Führungen: selbst Käse machen, sich im Brezeln Schlingen üben, Sauerkraut stampfen, Sorten- und Samen Raten, ein Kisten-Stapel-Wettbewerb, Hühnerführungen, Schlepperrundfahrten mit Hintergrundinformationen und natürlich vielen kulinarischen Köstlichkeiten vom Hof und einer Stroh-Kletter-Burg.

    Es war schön für uns zu sehen, wie viel Interesse die vielen Besucher*innen an den Hintergründen unserer Arbeit haben. Und es war schön zu erleben, wie viele Menschen uns ganz selbstverständlich bei all den Aktionen unterstützt haben! Vielen Dank Euch allen an dieser Stelle!!

    Für Sie als Kund*innen gibt’s auch gleich die nächsten Möglichkeiten, den Hof einmal von einer anderen Seite zu erleben:

    Ab sofort dürfen wieder Kartoffeln nachgesammelt werden. Wir sind zwar noch nicht ganz mit Roden fertig, es lohnt sich aber schon! Der Kartoffelacker liegt direkt in der Linkskurve nach dem Lindenhaus (Gästehaus), also einfach dem Weg folgen, dann stoßen Sie direkt darauf. Eine Kasse steht dieses Jahr nicht am Feldrand, gehen Sie einfach nach dem Sammeln ins Hofcafé und lassen sich einen Kaffee und Kuchen schmecken 🙂

    Ende September, am Samstag den 24.9. um 11 Uhr findet dann wieder „Zukunft Säen!“ statt mit anschließender Erntesuppe – auch hier freuen wir uns auf alle alten und neuen Gesichter.

    Jetzt heißt es erst einmal noch etwas Aufräumen und vor dem angekündigten Regen die Hirse und den Hanf dreschen, deshalb sei hier nun Schluss mit Kundenbrief!

    Schöne Grüße, Ihr Ackerbauer Philipp Hennig

Aktueller Kundenbrief

  • 26.09.2022 – vom Herbst, Lämmern, Melonen und Scheunenfeten
    Liebe Kunden, Es wird herbstlich, die Tage werden kürzer, die Nächte teilweise schon richtig kalt. Immer mehr Vogelzüge sind zu sehen. Bei unseren Schafen beginnt bald die Decksaison. Scottish Blackface gehören zu den saisonalen Schafrassen, sie werden nur im Herbst brünstig und lammen so immer im Frühling nach 5 Monaten Tragezeit. Ein neuer Bock ist […]

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Ökolandbau -Mit dieser Maßnahme werden landwirtschaftliche Betriebe bei der Einführung von ökologischer Landwirtschaft und deren Beibehaltung unterstützt.

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