Liebe Kund:innen,
Aktuell können wir Ihnen eine seltene Delikatesse aus dem Garten anbieten: Knoblauchblüten oder auch Knoblauchspargel genannt. Mit ihren gebogenen Stielen sehen sie nicht nur witzig aus, sondern sind auch geschmacklich ein Genuss. Knoblauchblüten ähneln Grünspargel in Zubereitung und Geschmack. Sie können roh wie Lauchzwiebeln verwendet oder mit Öl und Sonnenblumenkernen zu einem leckeren Pesto verarbeitet werden. Die klassische Zubereitung ist das Garen in der Pfanne mit Öl und Salz. In der asiatischen Küche werden Knoblauchblüten auch gerne in bunten Gemüsepfannen kombiniert. Leicht angebraten sind sie noch leicht scharf. Durchgebraten verlieren sie ihre Schärfe ganz. Ich kannte sie bis vor kurzem auch noch nicht und kann nur empfehlen sie zu probieren!
Im Gewächshaus stehen die Tomaten jetzt in voller Pracht. Neben den beliebten Sorten Devotion und Ruthje gibt es unter den Cherry-Tomaten eine neue Sorte mit dem etwas skurrilen Namen „Brad´s Atomic Grape“. Die dunkel geflammte längliche Frucht ist zwar etwas größer als der Rest der Mischung und platzt leicht, ist jedoch nicht nur sehr hübsch, sondern – wie ich finde – auch sehr lecker. Bei den Fleischtomaten testen wir neben der bekannten Sorte Sonnenherz die ähnliche „Heart of Gold“, leuchtend orange mit ausgeprägter Nase.
Unser Sorgenkind sind derzeit die Gurken. Zwar haben wir die üblichen tierischen Schädlinge (Blattläuse, Spinnmilben, Thripse, Wanzen und Gemüseeulen) gut unter Kontrolle- dank umfassender Pflege und dem regelmäßigen Einsatz sogenannter Nützlinge (tierischer Gegenspieler, die wir von einer spezialisierten Firma beziehen). Auch die Pilzkrankheiten, die bei der aktuell hohen Luftfeuchtigkeit überall auf dem Vormarsch sind, konnten dank ständiger Belüftung noch keine allzu großen Schäden anrichten. Aber es kommt ja immer wieder etwas Neues: Dieses Jahr haben wir erstmals eine Viruskrankheit im Bestand. Vermutlich durch Blattläuse von Beikräutern (Vogelmiere) übertragen, führt die Krankheit dazu, dass die Pflanzen gestaucht und kümmerlich wachsen, Blätter sich verfärben und Früchte abgestoßen werden. Leider haben wir es zu spät reagiert und so hat sie sich über das Erntewerkzeug schnell ausgebreitet. Wir mussten einen Großteil der Schlangengurken auf dem Höhepunkt der Erntezeit herausreißen – das war keine Freude. Die Gurkenzeit wird in diesem Jahr also vermutlich deutlich früher zu Ende gehen als üblich.
Dafür konnten wir im Freiland bereits die ersten Paprika ernten: Neben den beliebten milden hellgelben Spitzpaprika haben wir dieses Jahr auch wieder Pimientos im Programm. Die scharfen Pimientos werden unreif geerntet und klassisch als Ganzes mit Öl und Salz gebraten und dann vom Stiel „abgelutscht“. Dieselbe Zubereitung ist auch mein Favorit für die hellgelben Spitzpaprika als milde Variante. Die schweren, dickwandigen roten Spitzpaprika sind deutlich später und folgen erst in einigen Wochen.
Ganze Arbeit leisten zurzeit auch unsere tierischen Helfer. Die Laufenten sammeln frühmorgens fleißig die Schnecken aus dem Gemüse am Gewächshaus. Dieses Jahr sind die Schnecken teilweise so dick, dass die Enten Mühe haben, sie herunterzuschlucken und das nur mit viel Wasser hinbekommen. So sehr ich mich an der großen Entenschar erfreue, wird es jetzt auch Zeit für die jungen Enten ein neues Zuhause zu suchen, wo sie als Schneckensammler andere Gartenbesitzer erfreuen dürfen.
Sommerliche Grüße aus dem Garten!
Jenni Ponsens



