Liebe Kund:innen,
Freud‘ und Leid… das alte Lied.
Zuerst die Freud‘: Durch die vielen Menschen, die hier bei uns auf dem Hof kommen (und gehen), gelangen auch immer frischer Wind und neue Möglichkeiten auf den Hof, so dass es gar nicht so schlimm ist, wenn wir selbst nicht so viel raus kommen – wobei auch das immer sehr bereichernd ist. Johanna zum Beispiel, die aktuell hier die letzten Wochen ihrer Ausbildung zur Landwirtin absolviert, hat unter anderem einen richtig guten Blick für Bild-Gestaltung und durfte schon einen großen Teil unserer Hofprodukte in Szene setzen. Wenn ihr mal im Shop stöbert, werdet ihr den Unterschied direkt entdecken!
Mara hat den Tango auf den Hof gebracht und auch schon die ein- oder andere Hofbewohner:in angesteckt. Wenn alle können, gibt’s einmal die Woche Unterricht und auch wenn es nur bei den jüngeren nach Tango und geschmeidig aussieht, haben auch die älteren ihren Spaß daran 😉
Das sind zwei aktuelle Beispiele. Jede:r hier trägt mehr als nur ihre Arbeitskraft bei und macht unseren Hof zu einem lebendigen, bunten Organismus. Das ist für mich wichtiger Bestandteil des sozialen Ideals der biologisch-dynamischen Landwirtschaft!
Vom Leid: Nur 10km vom Hof entfernt beginnt das Lübecker Verkehrschaos. Weit genug weg könnte man meinen, wir sind aber direkt betroffen und etwas ratlos ob der immer katastrophaleren Zustände: Die zunehmenden Baustellen erfordern von unseren Fahrern vor allem im Innenstadtbereich Nerven aus Stahl und sehr viel Gelassenheit. Da bewundere ich sie dafür! Die Baustellen betreffen uns auch noch an zwei weiteren Stellen:
Als Mitgliedsbetrieb der EVG Landwege eG bekommen wir es direkt zu spüren, wenn die Erreichbarkeit der einzelnen Läden eingeschränkt ist und dadurch der Umsatz zurück geht. Aktuell macht uns da am meisten die Baustelle in der Ratzeburger Allee Sorgen – der Landwege Markt am Brink ist fast nicht zu erreichen und kommt man doch durch, kann man fast nirgends parken. Diese Situation betrifft uns auch auf dem Wochenmarkt am Brink, wo wir samstags mit unserem Brotwagen stehen.
Von Seiten der Stadt kommt leider nur wenig Unterstützung, obwohl aktuell alle über Resilienz, Krisenvorsorge und Zivilschutz reden. Der lokale Lebensmittelhandel mit kleinen, breit aufgestellten Strukturen und mit langjährig gewachsenen regionalen Beziehungen kann da einen enormen Beitrag leisten – ganz anders als zB große Discounter mit ihrer Abhängigkeit von Strukturen, die in Krisensituationen als erstes wegbrechen.
Schade, dass das nicht an ensprechenden Stellen mehr im Fokus ist!
Ich freue mich immer, wenn ich dann aus dem Chaos auf den ruhigen Hof komme und zumindest die Möglichkeit hätte, mich auf der Terrasse mit einem Espresso on Ice in den Liegestuhl zu fläzen 😉
Für die Hofgemeinschaft,
Philipp Hennig






