Eine unserer derzeitigen Azubinen - Johanna Gerber - beschäftigt sich im Rahmen einer Projektarbeit mit dem Thema individualisierte Fleischvermarktung.

Unter dieser Rubrik finden sie deshalb (vorerst testweise) Hintergrundinformationen über die Tiere, die Sie aktuell bei uns als Fleisch oder Wurst kaufen können!

 

Mama Meira

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Meira wurde am 27. Oktober 2009 geboren und lebte fast zehn Jahre in Rothenhausen – zuletzt als zweitälteste Kuh der Herde. In dieser Zeit schaffte sie den Karrieresprung nach ganz oben, war achtfache Mutter und fast siebeneinhalb Jahre lang Milchkuh in der Herde.

Am 4. April 2012 bekam Meira im Alter von zweieinhalb Jahren ihr erstes gesundes Kalb und wurde damit in die Gruppe der Milchkühe aufgenommen. Natürlicherweise geben Kühe für ihre Kälber Milch. Je älter das Kalb wird, umso weniger Milch braucht es, denn es lernt Gras zu fressen. Also geht die Milchproduktion zurück. Nach etwa einem Jahr gibt die Kuh wenig bis gar keine Milch mehr. Damit eine Kuh also ihr ganzes Leben lang Milch gibt, sollte sie einmal im Jahr kalben. Dazu wird sie frühestens zwei Monate nach der Geburt des Kalbes erneut gedeckt. Zwei Monate vor dem Geburtstermin wird die Kuh trocken gestellt (nicht mehr gemolken), damit ihr Körper Zeit hat, sich zu regenerieren. So war es auch bei Meira, die in den nächsten sieben Jahren weitere sieben gesunde und muntere Kälber auf die Welt brachte. Leider konnte keines ihrer Kälber als Nachzucht für die Herde behalten werden, da Meiras hintere Klauen Rollklauen waren und diese Krankheit vererbt wird.

Im Alter von fast zehn Jahren war Meira eine ruhige, manchmal etwas störrische Kuh und lobenswerte Mutter.

Nach der Geburt ihres letzten Kalbs am 13. Mai diesen Jahres erkrankte Meira schwer an einer Lungenentzündung mit hohem, lebensbedrohlichem Fieber, sodass sie sogar Antibiotika bekommen musste. Nach einer Woche war sie wieder auf den Beinen, doch ihre Milch durfte nicht verzehrt werden, solange die Rückstände der Medikamente noch von ihrem Körper abgebaut wurden. Aufgrund der Krankheit entzündete sich das hintere rechte Euterviertel, und konnte nicht mehr gemolken werden.Auch mit der Zeit besserte es sich nicht, sodass Meira fortan nur noch auf drei, statt auf vier Eutervierteln Milch hatte.

Während ihrer Krankheitszeit verbrachte Meira die meiste Zeit bei ihrem Kalb. Und Nachdem Riga – eine unserer anderen Milchkühe – einen leicht behindertes Bullenkalb geboren hatte, nahm Meira sich auch dessen an. Rigas Sohn konnte wegen eines Geburtsfehlers (einer verkürzten Sehne im linken Vorderlauf) nicht gerade auftreten, weshalb er in der weichen Abkalbebox bleiben musste, um trotz der Einschränkung angeregt zu werden sich viel zu bewegen, denn eine ausgiebige Bewegungsmöglichkeit unterstützt die Heilung von Sehnenkontrakturen.

So versorgte Meira ihr eigenes und Rigas Kalb in diesen Wochen mit Milch und säugte als Amme auch noch zwei der bald danach geborenen Kälber eine Woche lang.

Meira schenkte uns während ihres Lebens etwa 36 400 Liter Milch, also durchschnittlich 5 600 Liter nach jedem Kalb, die getrunken oder in der Käserei veredelt wurden. Das Fleisch von Meira wurde zu Hackfleisch, Rindermettwurst, Schinken sowie Kohlwurst, Rumpsteak und Filet verarbeitet.

 

 

Vito der Ochse

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Geboren am 30. September 2017 hat Vito bis zu seiner Schlachtung am 30. August 2019 fast zwei Jahre bei uns gelebt.

In der ersten Lebenswoche durfte er, wie alle unsere Kälber, morgens und abends bei seiner Mutter Norne trinken. Dann wurde er von ihr getrennt und lebte mit einer Gruppe fast gleichaltriger Kälber zusammen. Vier Monate lang trank Vito bis zu acht Litern Rohmilch am Tag aus dem Eimer und lernte Kraftfutter und Heu wie die „Großen“ zu fressen.

Nach seiner Kastration im Frühjahr 2018 verbrachte er bis im Herbst Tag und Nacht mit seinen Kumpels – den Ochsen Uwe, Volker, Voldi und Vasili – auf unseren Weiden im Grinautal.

Mit dem Ende der Weidesaison musste die Ochsengruppe wieder in den Stall, wo Vito mit seinen Kumpels den Winter 2018/2019 verlebte.

Im diesjährigen Sommer weidete Vito auch wieder mit seinen Kumpels auf unseren Weiden im Grinautal.

Vito war ein ruhiger, dem Menschen zugewandter Ochse. Obwohl er – verglichen mit den Milchkühen – nur wenig Kontakt zum Menschen hatte, folgte er uns auf der Weide gerne auf Schritt und Tritt, um ein paar Streicheleinheiten zu ergaunern.

Mit seinem Schlachtgewicht von 288 kg wurde Vito zu folgenden Produkten verarbeitet:
Filet am Stück, Filetsteak, Rumpsteak, Hüftsteak, Entrecôte am Stück, RibEyeSteaks, Beefsteaks (aus der Oberschale), Rinderrouladen, Gulasch, Suppenfleisch, Schmorbraten, Tafelspitz, Bügermeisterstücken, falschem Filet und Beinscheibe.
Außerdem ist sein Fleisch Hackfleisch, Rindsbratwurst, etwas Rinderschinken und Rindsbeisser zu finden.